
Während einer zweiwöchigen Reise erkundeten wir den Süden und Osten der Mittelmeerinsel Sardinien. Die Ostküste fasziniert durch den Kontrast aus feinen Sandstränden, malerischen Buchten und dem Supramonte-Gebirge mit seinen beeindruckenden Steilküsten. An den im Süden der Insel gelegenen zahlreichen Lagunen entdeckten wir Flamingos. Und überall findet man Nuraghen, prähistorische Turmbauten aus der Bronze- und Eisenzeit.
Sardinen ist zudem bekannt für eine faszinierende Vielfalt an Libellen. Auf unserer Tour machten wir an einigen Bächen, Flüssen und Seen Halt, um nach den Flugkünstlern zu suchen. Nicht jeder Bach führte Wasser und nicht bei jedem Stopp wurden wir fündig, aber die eine oder andere Libellenart fanden wir dann doch.
Die Fotoausrüstung bestand auf dieser Reise aus einem Kameragehäuse und den Zoomobjektiven 10-18mm, 18-150mm und 100-400 mm. Ergänzend hatte ich das 180 mm-Makroobjektiv dabei.
Sardinien gehört zu den artenreichsten Mittelmeerinseln für Libellen. Auf der Insel wurden knapp 60 Libellenarten nachgewiesen, die in den unterschiedlichsten Lebensräumen vorkommen – von natürlichen Bächen und Flüssen über Teiche und Seen bis hin zu Küstenlagunen. Charakteristisch für Sardinien ist das Zusammentreffen westmediterraner Arten, nordafrikanischer Faunenelemente und von Vertretern des östlichen Mittelmeerraums. Zu den Besonderheiten zählen unter anderem die Insel-Pechlibelle (Ischnura genei), die Grüne Sandjungfer (Paragomphus genei), der Lange Blaupfeil (Orthetrum trinacria) und der imposante Seedrache (Lindenia tetraphylla).
Nicht jeder Fluss, an dem wir anhielten, führte Wasser, und nicht jeder See, den wir aufsuchten, bot zugängliche Ufer. Dennoch gelangen uns Aufnahmen einiger interessanter Libellenarten. Die Tieraugenerkennung meiner Canon EOS R7 funktionierte bei Libellen teilweise erstaunlich gut, häufig jedoch nicht zuverlässig genug. Deshalb fotografierte ich überwiegend vom Stativ aus und fokussierte manuell. Für Großlibellen und Prachtlibellen verwendete ich das 100–400-mm-Telezoom, für die kleinen Kleinlibellen ein 180-mm-Makroobjektiv.

Vor einigen Jahren bereiste ich den Nordwesten Sardiniens auf der Suche nach Libellen und konnte dort viele meiner Wunschmotive finden und fotografieren. Zu den Arten, die ich damals vergeblich suchte, gehörte die Grüne Sandjungfer. Auch auf dieser Reise blieb die Suche an mehreren vielversprechenden Gewässern zunächst erfolglos. Erst an einem kleinen See in der Nähe von Cagliari hatte ich Glück: Dort entdeckte ich ein Männchen, das sich zwischen der Bodenvegetation niederließ und daher nur schwer zu fotografieren war. Dennoch gelangen mir dort die ersten Fotos dieser Art.