
Um dem grauen Winterwetter in Deutschland noch einmal zu entfliehen, unternahmen wir eine einwöchige Reise auf die Kanareninsel Lanzarote. Die Insel empfing uns mit milden Temperaturen und leichtem Nieselregen. Danach gab es strahlend blauen Himmel und durchziehende Wechsel im Wechsel. An den beiden letzten Tagen unseres Aufenthalts sorgte der Calima – eine Wetterlage, bei der Sand aus der Sahara bis zu den Kanaren getragen wird – für eingeschränkte Sicht und ungewohnt hohe Temperaturen.
Wir erkundeten Lanzarote von Süden nach Norden und von Osten nach Westen. Überall ist der vulkanische Ursprung der Insel sichtbar. Besonders beeindruckend ist der Timanfaya-Nationalpark mit seinen schwarzen Lavafeldern und ockerfarbenen Kratern – eine frühe Anreise empfiehlt sich, um Wartezeit im Stau zu vermeiden. Auch die bizarren Felsformationen von Los Hervideros sowie die spektakuläre Vulkanröhre Cueva de los Verdes sind unbedingt einen Besuch wert.
Fotomotive aus Flora und Fauna gab es auf dieser Reise nur wenige. So entdeckte ich mit der Frühen Heidelibelle, die ich zwischen Puerto del Carmen und dem Flughafen fand, lediglich eine einzige Libellenart.
Meine Fotoausrüstung hielt ich aus Gewichtsgründen bewusst kompakt. Mit einem Kameragehäuse und den Zoomobjektiven 10–18 mm, 18–150 mm und 100–400 mm war ich in Sachen Brennweite bestens aufgestellt. Ergänzend hatte ich ein 100-mm-Makroobjektiv dabei.
Die ersten Halsbandsittiche (Psittacula krameri) bemerkten wir bereits am Tag unserer Ankunft, als sie laut rufend zwischen den Dattelpalmen an der Strandpromenade von Puerto del Carmen hin und her flogen. Am nächsten Morgen hörten wir die markanten Rufe der grünen Sittiche dann in unserer Hotelanlage. Auch wenn es nicht gern gesehen wird, wurden die Vögel von den Balkonen der Hotelzimmer gefüttert.
Die Halsbandsittiche waren wenig scheu und ließen sich bei bestem Fotolicht gut fotografieren. Wenn die Sittiche das Frühstück nach der Balkonfütterung an den Dattelpalmen fortsetzten, ergab die Farbkombination von Orange und Grün besonders attraktive Motive.
Wenn die Halsbandsittiche zwischendurch abwartend auf dem Zaun der Hotelanlage saßen, gelangen Fotos auf Augenhöhe. Dann hatte ich durch Veränderung der Position auch Einfluss auf den Hintergrund. Besonders gut eigneten sich dafür die vom Morgenlicht beleuchteten Dattelpalmen.
Die Fotos entstanden mit der Kombination Canon EOS R7/Canon RF 100 – 400 mm. Den Autofokus an der Kamera hatte ich auf Tieraugenerkennung gestellt. Um flexibel zu bleiben, fotografierte ich freihändig.
An der felsigen Westküste Lanzarotes lebt die Rote Felsenkrabbe (Grapsus adscensionis). Die intensiv rot gefärbten Krabben hielten sich auf den schwarzen Lavafelsen auf und wurden von der Brandung immer wieder überspült.
Die beste Möglichkeit, die faszinierende Felsenkrabbe zu fotografieren, ergab sich an der Strandpromenade von Playa Blanca. Schaut man über die Brüstung, ergibt sich ein guter Blick auf die in der Brandung sitzenden Krabben. Die Tiere sind aufmerksam und sehr scheu. Eine falsche Bewegung und die Felsenkrabben fliehen ins Meer.
Aufgrund der hohen Fluchtdistanz, nutzte ich Brennweiten von 300 bis 400 mm, um zu formatfüllenden Aufnahmen zu kommen.

Die Ostkanareneidechse (Gallotia atlantica) ist die einzige auf Lanzarote heimische Eidechse. Die Art soll auf der Insel häufig sein und von der Küste bis in die Berge überall vorkommen. Die Ostkanareneidechse stand ganz oben auf meiner Motivliste.
Die Realisierung war weit schwieriger als erwartet. Zumindest dort, wo ich nach den Ostkanareneidechsen suchte, schienen die Populationen sehr klein. Die Eidechsen waren zudem recht scheu, und meist bemerkte ich die Reptilien erst, wenn sie vor mir flüchteten. So gab es nur wenige gute Fotosituationen und die Fotoausbeute hielt sich in Grenzen.