
Im Oktober verbrachten wir eine sonnige Woche auf der griechischen Insel Rhodos. Es war nicht unser erster Besuch. Bereits vor zehn Jahren hatten wir die nah an der türkischen Küste gelegene Insel schon einmal bereist.
Auf unserem Programm standen natürlich die Altstadt von Rhodos sowie einige Sehenswürdigkeiten, für die bei unserem Besuch vor zehn Jahren die Zeit fehlte: der Filerimos-Berg, auch bekannt als die Akropolis des antiken Ialysos, die verlassene Villa de Vecchi im Inselinneren sowie das im Westen gelegene Bergdorf Siana und die nicht weit davon entfernt gelegene Burg von Monolithos.
Neben diesen kulturellen Zielen galt mein Interesse auch der lokalen Flora und Fauna. Im besonderen Fokus standen die Libellen, von denen es auf Rhodos um die 40 verschiedene Arten gibt. Auch wenn sich im Oktober die Flugzeit dem Ende naht, hoffte ich doch, die eine oder andere Art zu finden.
Die Fotoausrüstung habe ich aus Gewichtsgründen klein gehalten. Mit einem Kameragehäuse und den Zooms 10-18mm, 18-150mm und 100-400 mm war ich hinsichtlich Brennweite gut ausgestattet. Ergänzend hatte ich das 180 mm-Makroobjektiv dabei.
Ein guter Fotospot für Libellen, den ich bei unserer Rhodos-Reise im Oktober 2015 entdeckte, war der Fluss Loutani. Im Bereich der Sieben Quellen und bei Kolymbia fand ich damals einige interessante Arten. Bei unserer diesjährigen Reise waren die Bedingungen nicht so gut. Bei den den Sieben Quellen führte der Loutani nur wenig und bei Kolymbia gar kein Wasser. Auch andere Gewässer hatten nur wenig oder auch gar kein Wasser.
Häufig angetroffen haben wir den Schwarzen Sonnenanzeiger (Trithemis festiva), von dem wir sogar noch frisch geschlüpfte Exemplare mit glänzenden Flügeln entdeckten. Auch den Rahmstreif-Blaupfeil (Orthetrum chrysostigma) bekamen wir regelmäßig zu Gesicht. Deutlich seltener waren der Violette Sonnenzeiger (Trithemis annulata) und die Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii). Jeweils nur eine flüchtige Begegnung gab es mit dem Zierlichen Blaupfeil (Orthetrum taeniolatum) und der Östlichen Weidenjungfer (Chalcolestes parvidens), die in beiden Fällen nicht für brauchbare Fotos reichte.
Die meisten Libellenfotos entstanden mit der Kombination Canon EOS R7/Canon RF 100 – 400 mm. Den Autofokus an der Kamera hatte ich auf Tieraugenerkennung gestellt. Das Scharfstellen auf das Libellenauge funktionierte bei vielen Motiven recht gut, bei manchen allerdings gar nicht. Dann montierte ich Kamera und Objektiv auf ein Stativ und fokussierte manuell – wenn die Libelle die Zeit dafür ließ.
Der Dünen-Trichternarzisse (Pancratium maritimum) sind wir auf unseren Reisen in den Mittelmeeraum schon häufiger begegnet. Doch ein solch üppiges Vorkommen wie am Strand von Afandou hatten wir bislang noch nicht entdeckt. So widmete ich einen Morgen unserer Reise der Strandlilie, wie die Dünen-Trichternarzisse ebenfalls genannt wird, und nutzte die Gelegenheit, sie ausgiebig zu fotografieren.
Neben der Dünen-Trichternazisse stießen wir auf unseren Ausflügen immer wieder auf die Weiße Meerzwiebel (Drimia maritima). Diese erreicht eine Höhe von über einem Meter und ist ebenfalls im Mittelmeerraum weit verbreitet.
Abgesehen davon fanden wir nur wenige weitere blühende Pflanzen. So kam uns noch der Mönchs-Pfeffer (Vitex agnus-castus) vor die Linse, ebenso wie der eher unauffällige Herbst-Blaustern (Prospero autumnale).
Die Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria), auch als Russischer Bär bekannt, ist ein Schmetterling, der zur Unterfamilie der Bärenspinner gehört. Eine bedeutende Population dieser farbenprächtigen Art lebt auf Rhodos im berühmten Schmetterlingstal. Da ihre Hauptflugzeit von Ende Juni bis Mitte September reicht, verzichteten wir auf einen Besuch dieses Tales.
Am Tag vor unserer Abreise suchte ich noch einmal den Fluss Loutani auf – und machte dort eine unerwartete Entdeckung: Auf einem sonnenbeschienenen Stein saß tatsächlich eine Spanische Flagge. Ein überraschendes und schönes Erlebnis zum Abschluss unserer Reise.