Haareis - Eisnadeln auf Totholz (Januar 2020)

Haareis ist ein selten zu beobachtendes Naturphänomen. Es handelt sich nicht, wie manchmal vermutet, um einen Pilz, sondern um Eisnadeln, die aus Totholz "wachsen". Haareis, auch Eiswolle genannt, entsteht nur bei ganz bestimmten (Wetter-)Bedingungen. Das Totholz muss von einem für Laubholz typischen, speziellen Pilz befallen sein. Wenn dann die Temperatur bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit leicht unter den Gefrierpunkt fällt und es auch noch windstill ist, kann das Haareis wachsen.

 

Um dem Jahreswechsel 2019/2020 und dann noch einmal am den 24. Januar 2020 waren die Bedingungen für die Entstehung von Haareis offenbar optimal. Die filigrane Eiswolle war in den Buchenwäldern um meinen Wohnort nicht zu übersehen.

 

Haareis zu fotografieren ist eine Herausforderung. Die weißen Haarbüschel stehen meist in deutlichem Kontrast zu dem dunklen Waldboden, was die korrekte Belichtung erschwert. Damit das weiß auch weiß wird, habe ich meist eine halbe bis zu einer Blendenstufe überbelichtet.

 

Die Aufnahmen entstanden immer bei trübem Wetter und bedecktem Himmel. Um bei den Detailaufnahmen die Strukturen sichtbar zu machen, nutzte ich künstliche Lichtquellen. Das war entweder eine LED-Taschenlampe oder ein oder auch zwei Elektronenblitze. Die Lichtquelle wurde dabei meist als Gegenlicht positioniert. Der zweite Blitz wurde zur Aufhellung des Hintergrundes oder als Seitenlicht verwendet.

 

Die Fotos entstanden mit Makroobjektiven (60mm, 105mm und 180mm) sowie der Panasonic DMC-FZ1000.