Die Gemeine Winterlibelle - Rückkehr der Überwinterer (April 2020)

Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) ist eine von zwei heimischen Libellenarten, die als Imago (geschlechtsreifes Insekt) überwintert. Zum Überwintern suchen die Winterlibellen windgeschützte Lichtungen oder Waldrändern auf, die auch mehrere Kilometer vom Fortpflanzungsgewässer entfernt sein können. Wenn das Wetter es zulässt, meist Anfang April, kehren die Überwinterer zur Paarung an die Laichgewässer zurück, um für die nächste Libellengeneration zu sorgen.

 

Am 28. März habe ich mich erstmals auf die Suche nach den rückkehrenden Gemeinen Winterlibellen gemacht. Auf einer Lichtung, mehrere hundert Meter vom nächsten Fortpflanzungsgewässer entfernt, wurde ich fündig. Bodennah entdeckte ich mehrere Winterlibellen auf Totholz sitzend. Die Libellen waren wenig scheu und ließen auch Porträtaufnahmen aus wenigen Zentimetern Abstand zu. Am Gewässer, welches ich auch noch aufsuchte, gelangen noch keine Nachweise der Gemeinen Winterlibelle.

 

Knapp zwei Wochen später hat sich die Situation geändert. Die Gemeinen Winterlibellen waren nicht nur am Gewässer angekommen, das Fortpflanzungsgeschehen war jetzt auch in vollem Gange. Die Männchen saßen, auf Weibchen wartend, am Gewässerufer. Es bildeten sich Paarungsräder und auf schwimmenden, abgestorbenen Pflanzenteilen, meist Schilf, saßen Männchen und Weibchen im Tandem bei der Eiablage.

 

Fotografiert man die Gemeine Winterlibelle vom Ufer hat man oft eine helle Libelle auf einem hellen Pflanzenteil vor einem dunklen Hintergrund (Wasseroberfläche). Eine sehr kontrastreiche und schwer zu bewältigende Kombination. Oft erscheint die Wasseroberfläche gar schwarz oder dunkelbraun. Eine Änderung der Standortes kann Abhilfe schaffen. Mehrfach bin ich mit Wathose, Kamera, 180mm-Objektiv und Stativ ins Wasser gestiegen, um aus einer besseren Position fotografieren zu können.