Straußfarn fotografieren – vom Weitwinkel bis zum Zoom-in-Effekt (Mai 2026)

Straußfarnbestand im Buchenwald, 13.5.2026
Straußfarnbestand im Buchenwald, 13.5.2026

Der Straußfarn (Matteuccia struthiopteris) verdankt seinen Namen den großen, aufrecht wachsenden Wedeln, die an die Form einer Straußenfeder erinnern. Im Frühjahr entfalten sich die jungen Triebe in charakteristischen Spiralen und entwickeln sich zu bis zu anderthalb Meter hohen, leuchtend grünen Blattfächern.

 

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Straußfarns erstreckt sich über große Teile der gemäßigten Nordhalbkugel. In Deutschland wächst er vor allem in feuchten, nährstoffreichen Auenwäldern, an Bachufern und in schattigen Waldbereichen. In der Nähe meines Wohnortes gibt es mehrere, zum Teil größere Bestände dieser fotogenen Farnart.

 

Besonders reizvoll ist die Vielfalt an fotografischen Möglichkeiten, die der Straußfarn bietet. Die Strukturen der jungen Triebe, die filigranen Blattmuster und das Wechselspiel von Licht und Schatten in seinem Lebensraum eröffnen zahlreiche fotografische Aspekte. Ob als Detailaufnahme oder eingebettet in die Atmosphäre eines Wald- oder Auenbiotops – der Straußfarn bietet Fotomotive für beinahe jede Brennweite. 

Fotoexkursion mit voller Ausrüstung

Fotorucksacks auf ein Minimum zu reduzieren. Daher überlege ich bereits im Vorfeld, welche Motive mich erwarten könnten und welche Objektive ich dafür tatsächlich benötige. Alles, was voraussichtlich nicht zum Einsatz kommt, bleibt zu Hause.

 

Bei meinen Exkursionen zu den Straußfarnen habe ich jedoch bewusst eine Ausnahme gemacht. Da die Standorte schnell und ohne längeren Fußmarsch erreichbar waren, konnte ich den Fotorucksack reichhaltig bestücken. Gelegentlich nahm ich zusätzlich noch ein Teleobjektiv separat mit. So kam auch das alte, manuelle und vor allem voluminöse Pentacon 300 mm f/4 wieder einmal zum Einsatz.

 

Alle Aufnahmen entstanden vom Stativ aus. Bei den Bildern mit dem 7,5-mm-Fisheye war das nicht immer einfach, denn aufgrund des extrem großen Bildwinkels gerieten die Stativbeine leicht mit ins Bild.

 

Am fotogensten finde ich die jungen Triebe, die sich im April entfalten. Mit einem Weitwinkelobjektiv lässt sich der Lebensraum in die Bildgestaltung einbeziehen, während ein Makroobjektiv die feinen Strukturen und Details der Farnwedel hervorhebt. 


Zoom-in-Effekt: Zoomen während der Belichtung

Straußfarn (Matteuccia struthiopteris) - während der Aufnahme gezoomt
Straußfarn (Matteuccia struthiopteris) - während der Aufnahme gezoomt, 18.5.2026 - Zoom 18-150mm f/3.5-6.3

Mit dem sogenannten Zoom-in-Effekt, der entsteht, wenn die Brennweite während der Belichtung verändert wird, hatte ich bisher wenig Erfahrung. Die trichterförmig angeordneten Wedel des Straußfarns inspirierten mich, diese Fototechnik einmal auszuprobieren.

 

Um Zeit zu haben, während der Belichtung den Zoomring zu drehen, bedarf es einer ausreichend langen Belichtungszeit. Ich stellte den ISO-Wert auf 100 und blendete auf f/13 ab. So gelangte ich zu einer Verschlusszeit von 1 s. Damit nach dem Auslösen Zeit bleibt, um den Zoomring zu bedienen, nutzte ich den Selbstauslöser der Kamera mit zwei Sekunden Vorlaufszeit.

 

Nach etlichen Versuchen – von „keinem Effekt“, weil ich zu spät zoomte, bis „völlig unscharf“, weil ich zu früh oder zu schnell zoomte – entschied ich mich schließlich für eine Variante, bei der der Zoom-in-Effekt nur schwach ausgeprägt war.