Die Gestreifte Zartschrecke (Leptophyes albovittata) und die Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata) (August 2017)

Die Gestreifte Zartschrecke (Leptophyes albovittata) erreicht in Deutschland ihre nordwestliche Verbreitungsgrenze. Neben Vorkommen in Süddeutschland ist die Art auch entlang der Elbe flussabwärts bis an den Hamburger Standrand zu finden. Hier haben wir uns auf die Suche nach dieser kleinen, gut getarnten Langfühlerschrecke gemacht (vielen Dank an Dietrich und den Bat-Detektor).

 

Noch bevor wir die erste Gestreifte Zartschrecke fanden, sind wir auf der schleswig-holsteinischen Elbeseite völlig unerwartet auf ein Vorkommen der Gemeinen Sichelschrecke (Phaneroptera falcata) gestoßen. Auf einer südexponierten Brache fanden wir zahlreiche Exemplare. Die nördliche Verbreitungsgrenze der wärmeliebenden Gemeinen Sicherschrecke lag in den 1980er Jahren bei Köln und in Hessen. Seit Jahren erweitert die Art ihr Verbreitungsgebiet nach Norden. Den ersten Nachweis für Niedersachsen gab es 1996, Schleswig-Holstein wurde 2010 erreicht.

 

Schließlich fanden wir dann auch die Gestreifte Zartschrecke. Die Tiere saßen in Brennnesseln und obwohl wir Dank des Bat-Detektors nah dran waren, entdeckten wir die stridulierenden Männchen erst nach längerem, genauem "Scannen" der Brennnesselblätter. Dabei stießen wir auch auf ein Weibchen.

 

Die Fotos stammen von der Exkursion an die schleswig-holsteinische Elbe. Bei der Gemeinen Sichelschrecke wurden einige Aufnahmen von Tieren aus dem südöstlichen Landkreis Harburg ergänzt. Neben einem 180mm Makroobjektiv kam eine Bridgekamera mit Makrolinse zum Einsatz.