Der Gefingerte Lerchensporn - Farbtupfer am Waldboden (April 2021)

Gruppe des Gefingerten Lerchensporns (Corydalis solida), 13.4.2021
Gruppe des Gefingerten Lerchensporns (Corydalis solida), 13.4.2021

Obwohl sich in meiner Fotosammlung inzwischen viele Aufnahmen des Gefingerten Lerchensporns (Corydalis solida) befinden, gehört die Art zu meinen Lieblingsmotiven unter den Frühblühern. Die ersten Blüten des Gefingerten Lerchensporns kann man Ende März entdecken, Ende April/Anfang Mai ist die Pracht vorbei, die Pflanzen sind am Abblühen und bilden schnell die grünen Samenschoten.

 

Obwohl der Gefingerte Lerchensporn in Mittel- und Nordeuropa verbreitet ist, gehört das norddeutsche Tiefland nicht zum ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Art. Unweit meines Wohnortes gibt es inzwischen wenige, zum Teil aber starke, Vorkommen des Gefingerten Lerchensporns. Möglicherweise resultieren die Bestände aus unsachgemäß entsorgten Gartenabfällen.

Artkennzeichen: Die fingerförmigen, unterteilten Tragblätter

Von dem ähnlichen Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) unterscheidet sich der Gefingerte Lerchensporn durch die Tragblätter, die in fingerförmige Zipfel unterteilt und einer Hand ähnlich sind. Auf Fotos sind diese typischen Tragblätter, die der Art zu ihrem Namen verholfen haben, meist gut zu erkennen.

 

Der Gefingerte Lerchensporn wird oft nur bis 20 cm hoch. Um diesen zu Fotografieren, eignet sich das Berlebach-Ministativ, welches ich bei den meisten Aufnahmen verwendet habe. Auch ein Bohnensack ist für das bodennahe Fotografieren gut geeignet.


Die ersten Blüten

Anfang März entwickelten sich die ersten Blüten. Ich habe diese hauptsächlich mit alten, manuellen Objektiven fotografiert. Die Abbildungsfehler dieser alten Linsen führen immer wieder zu außergewöhnlichen Effekten, die mit modernen Objektiven nicht realisiert werden können.

 

Ein Umstand, der das Fotografieren mit den alten Objektiven etwas umständlich macht, ist die große Naheinstellgrenze. Für Nahaufnahmen muss man zwischen Objektiv und Kamera einen Zwischenring montieren. Aber welche Größe? Leider ist das von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich. Versuch macht "kluch".


Traubiger Blütenstand - variable Farbe

Die Blüten sitzen dicht gedrängt in endständigen, traubigen Blütenständen, die aus bis zu fünfzehn Einzelblüten bestehen können. Die Farbe der Blüten ist variabel und reicht blass lila bis zu purpurrot. Reizvoll ist das Fotografieren gleich nach Sonnenaufgang. Die Pflanzen sind dann abhängig von der Temperatur mit Raureif oder Morgentau bedeckt.


Um die Blütenstände des Gefingerten Lerchensporns zu fotografieren, nutze ich hauptsächlich Makroobjektive. Für die ganze Pflanze oder auch Pflanzengruppen eignen sich auch Weitwinkelobjektive oder Telezooms.

Fotografieren im Schnee

Anfang April fiel noch einmal Schnee, der auch einige Tage liegen blieb. Von dem Gefingerten Lerchensporn schauten stellenweise nur noch die Blüten aus der Schneedecke. Da Schneefotos von den Kameras in der Regel unterbelichtet werden, habe ich an der Kamera eine Belichtungskorrektur von + 2/3 bis 1 2/3 Blendenstufen eingestellt.

 

 


Abblühen und Samenschoten

Ende April beginnt der Gefingerte Lerchensporn zu verblühen. Die Blüten werden braun, "verschrumpeln" und verwandeln sich schnell in die grünen Samenschoten. Diese heben sich farblich kaum von den Blättern ab. Es bedarf genauen Hinschauens, um im vielen Grün ein geeignetes Fotomotiv zu finden.

Malerei, Spielerei oder Zeitverschwendung? Pancolar mit gedrehter Linse

Vor ein paar Jahren entdeckte ich Fotos, die mit einem Pancolar MC f/1,8 50mm mit gedrehter Innenlinse gemacht wurde. Für wenig Geld (aktuell liegen die Preise deutlich höher!) konnte ich ein gebrauchtes Pancolar kaufen und habe eine Innenlinse entsprechend den im Internet verfügbaren Anleitungen gedreht. Mit diesem Aufbau bekommt man nur die Bildmitte scharf gestellt. Zu den Rändern wird das Bild mehr und mehr verwirbelt. Malerei, Spielerei oder Zeitverschwendung?


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